Mein Leben auf Reset

Seit fast einem Monat bin ich nun Mutter einer kleinen Tochter. Ich. Mutter! Das klingt für mich immer noch ganz fremd und ungewohnt.

Schön, aber ungewohnt. 


Ich will ehrlich sein - keiner kann einen darauf vorbereiten was da auf einen zukommt. Weder die Geburt noch die Zeit danach kann man wirklich so beschreiben,  dass man auch nur eine vage Vorstellung hat. Ich dachte ich hätte sie, aber weit gefehlt.

Nichts bereitet dich auf diese Schmerzen, diese Gefühle und diese Veränderung vor.


Vor allem der erste Moment und die ersten Tage waren so anders als ich es mir vorgestellt habe. 

Man fühlt sich als wäre man plötzlich aus seinem eigenen Leben gefallen, nichts ist mehr wie es war. Man muss sich und seinen Alltag neu erfinden, es gibt ein Leben vor dem Kind und eines mit. 

Ich denke nicht dass ich sehr naiv war, ich denke es ist normal zu erwarten dass sich nicht unbedingt alles ändern muss, dass die kleine einfach so ein bisschen in mein Leben integriert werden muss. Weit gefehlt! 

Ich muss oder darf mich in ihr Leben integrieren habe ich das Gefühl..

Versteht mich nicht falsch, es ist ein unfassbar schönes Gefühl ihre Mutter zu sein, aber manchmal trauere ich meinem alten Leben ein bisschen nach. Vor allem so ab dem dritten, vierten Tag, wenn man nach Hause kommt, raus aus der sicheren Klinik mit Klingelknopf, merkt man das nichts mehr so wird wie es mal war, weder in der Beziehung zu meinem Partner, noch für mich allein.

Zusammen mit einer gehörigen Portion Baby Blues kann einen diese Gewissheit ganz schön erschüttern. Mir ging es nicht gleich gut mit dem Gedanken und ich denke nicht, dass ich damit alleine bin.


Nichts desto trotz wächst meine Liebe zu diesem kleinen Wesen, das ich mein nennen darf, täglich mehr und mehr. Wir lernen uns kennen, beschnuppern uns und gewöhnen uns an den neuen Alltag. 

Ich bereue nichts und möchte sie nie mehr hergeben! Allen denen es in den ersten Tagen so geht wie mir sei versichert: es wird von Tag zu Tag besser. Und dann kommen diese unfassbar wunderbaren Momente in denen man einfach nur da liegt, sein schlafendes Kind betrachtet und weiß, dass alles gut werden wird, anders, aber mindestens genauso schön, wenn nicht viel schöner. 

Man sollte es als Herausforderung sehen, für einen selbst und für die Beziehung, aber es ist die schönste Herausforderung im Leben und ich freue mich sehr auf alles was kommt. Darauf ihr die Welt zu zeigen!  


 


1 Kommentar:

  1. Sehr zutreffend! So ging es mir auch. In der ersten Woche habe ich wegen jeder Kleinigkeit geweint (ob positiv oder negativ), ich kam mir wirklich vor als ob man mein komplettes Leben einmal gehörig durchgeschüttelt hätte und nichts mehr an seinem Platz ist. Glücklich ist anders. ;) Aber ab Woche 2 ging es bergauf und es ist jetzt wirklich sehr oft auch unheimlich schön! Aber es muss sich eben alles einpendeln, wie man so schön sagt :)

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